Der Ölberg

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Der Ölberg bildet die östliche Grenze von Jerusalem und ist seit dem Altertum einer der berühmtesten Aussichtspunkte auf die Stadt…

 

Der Ölberg ist einer der bekanntesten Berge Jerusalems, eine Hügelkette im Osten der Stadt, gegenüber dem Tempelberg, mit einer Höhe von mehr als 800 m. Von dort bietet sich ein ganz besonderer Blick auf die Altstadt mit Felsendom und al Aqsa Moschee.

Wie der Name schon sagt, standen hier einst zahlreiche Olivenhaine mit Ölbäumen. Auch der Name des Gartens Gethsemaneh am Fuße des Berges deutet darauf hin – es ist die hebräische Bezeichnung für Ölpresse.



Jerusalem im Schnee – Der Ölberg

Photo: Ron Peled

Wie zahlreiche Stätten in Jerusalem ist auch der Ölberg ein Ort, an dem alle Glaubensrichtungen zusammenkommen, und der nicht nur für das Judentum, sondern auch für Christen und Moslems von besonderer historischer und spiritueller Bedeutung ist. Der jüdische Friedhof am Hang des Berges ist Tausende von Jahren alt, der älteste jüdische Friedhof der Welt, auf dem einige Gräber noch aus biblischer Zeit stammen.

Er wird heute noch benutzt. Der jüdischen Tradition zufolge wird von diesem Berg aus am Ende der Tage der Messias in die Stadt Einzug nehmen und das jüngste Gericht halten – ein Glaube, der auch von den Moslems geteilt wird. Viele gläubige Juden verlangt es danach, an dieser Stätte die letzte Ruhe zu finden, um so bei der Auferstehung der Toten direkt am Ort des Geschehens zu sein.

Zudem ist der Ölberg Standort einer Anzahl christlicher Bauten, denn von hier ist der Überlieferung zufolge Christus in die Stadt eingezogen, hier wurde er im Garten Gethsemaneh gefangen genommen, hier beweinte er den bevorstehenden Untergang Jerusalems, und von hier fuhr er in den Himmel auf. Auch das Grab der Gottesmutter Maria soll sich auf dem Berg befinden.



Die Maria-Magdalena-Kirche

Photo: Ron Peled

Daher ist der Berg auch Ausgangspunkt einer großen Prozession am Palmsonntag, die zum Löwentor führt. An Christi Himmelfahrt dürfen die Katholiken zudem in der islamischen Himmelfahrtskapelle einen Gottesdienst abhalten.

Diese Kapelle ist das älteste Gotteshaus auf dem Ölberg und befindet sich auf seinem höchsten Punkt. Die ersten Christen gedachten hier in einer Höhle der Himmelfahrt. Zur byzantinischen Zeit entstand im 4. Jahrhundert ein achteckiger Sakralbau, welcher im Jahre 614 der persischen Eroberung zum Opfer fiel.

Erst Ende des 7. Jahrhunderts wurde die Kapelle wieder aufgebaut und enthielt nun eine Einfassung, innerhalb derer die Fußabdrücke Jesu im Boden zu sehen war. Gleich zu Beginn des 1. Jahrtausends wurde auch dieses Gebäude zerstört, diesmal von den herrschenden moslemischen Fatimiden.

Die heutige Kapelle ist ein einfaches kleines Gebäude mit einem Durchmesser von ungefähr 6,5 m und einer schmucklosen Kuppel, ein Werk der Kreuzfahrer aus dem Jahre 1150, das die Fußabdrücke Jesu schützen sollte. Mit der Eroberung durch Saladin wenige Jahrzehnte später wurde sie in eine Moschee umgewandelt.

Dicht neben dem Felsen mit dem linken Fußabdruck (der Stein mit dem rechten Fußabdruck befindet sich seit dem Mittelalter in der al Aqsa Moschee) lässt sich auf der Südwand ein Mikhrab erkennen, eine moslemische Gebetsnische, die auf Mekka in Saudi Arabien gerichtet ist. Die Nische weist darauf hin, dass dieser außergewöhnliche Bau sowohl als Kirche wie auch als Moschee dient.



Die Kirche aller Nationen (Todesangstbasilika) im Garten Gethsemaneh

Photo: Ron Peled

Christi Himmelfahrt, ein Tag, der als liturgischer Höhepunkt des Christentums gilt, wird von den verschiedenen Konfessionen mit Gebeten und Zeremonien gefeiert. Einzeln und mit außerordentlicher Disziplin betreten die verschiedenen Kirchenvertreter die Kapelle.

Die armenischen Mönche, die ihren Patriarchen begleiteten, tragen ihre traditionelle Kleidung und sind an ihren spitz zulaufenden Hüten gut zu erkennen. Diese ungewöhnliche Kopfbedeckung stellt den Berg Ararat dar, der sich in dem von der Türkei besetzten Gebiet Armeniens befindet, dort, wo der Überlieferung zufolge die Arche Noah nach der Sintflut gestrandet ist.  

Auch die koptischen Mönche aus Ägypten sind mit ihren Oberhäuptern anwesend, ebenso wie Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche. Sie alle gebrauchen für die liturgische Handlung jeweils ihre eigene Sprache.

Die Kirche, welche wegen ihrer sieben strahlend goldenen Zwiebeltürme die meisten Blicke auf sich zieht, ist die russisch-orthodoxe Maria-Magdalena-Kirche im Garten Gethsemaneh, die 1886 durch Zar Alexander III. errichtet wurde.

Die heutige Vergoldung der Türme führte Ende der 1990er Jahre der deutsche Vergolder Hans Kellner durch. Neben der Ikonastasis liegen die Grabstätten der Elisabeth von Hessen-Darmstadt, die in der russisch-orthodoxen Kirche als Märtyrerin gilt, und ihrer Nichte Alice von Battenberg. Elisabeth war deutsche Prinzessin und Enkelin der englischen Königin Victoria. Als Gattin des Großfürsten Sergei Alexandrowitsch war sie Mitglied der Zarenfamilie und wurde 1918 im Verlauf des Bürgerkrieges ermordet. 

Der Garten Gethsemaneh beherbergt auch die römisch-katholische Kirche der Nationen, die 1924 gebaut wurde und in Erinnerung an die Jünger Jesu 12 Kuppeln trägt. Sie steht auf den Resten einer byzantinischen Kirche und beeindruckt vor allem durch das große und farbenprächtige Mosaik an der Fassade. 

Eine weitere römisch-katholische Kirche ist Dominus Flevit („Der Herr weinte“), errichtet Mitte der 1950er Jahre im Auftrag der Franziskaner durch den bekannten italienischen Architekten Antonio Barluzzi auf den Grundmauern einer byzantinischen Kirche aus dem 6. Jahrhundert. Sie ist dem Andenken an die Trauer Jesu über Jerusalems bevorstehende Zerstörung gewidmet.

Besonders sehenswert ist hier das ornamental vergitterte Fenster im Inneren, das den Blick in Richtung Grabeskirche und Tempelberg freigibt. 

Die evangelische Gemeinde ist auf dem Ölberg mit der Himmelfahrtkirche vertreten, die zum Auguste Victoria Komplex gehört und eine Pilger- und Begegnungsstätte umfasst. Sie wurde 1914 vollendet und geht auf den Besuch des deutschen Kaiserpaares in Jerusalem im Jahre 1989 zurück.

Das dazugehörende Krankenhaus der Kaiserin-Auguste-Victoria-Stiftung wurde 1910 in Anwesenheit des Kronprinzen Eitel Friedrich von Preußen und seiner Frau Sophie Charlotte von Oldenburg eingeweiht. Seit 1950 wird der Komplex vom Lutherischen Weltbund betreut.

Die Kirche ist im wilhelminisch-neubyzantinischen Stil erbaut und steht auf einem der höchsten Punkte des Ölberges und knapp 1300 m über dem Meeresspiegel. Ihr Glockenturm erreicht eine Höhe von 50 m. Der Bau wurde während des Erbebens von 1927 beschädigt und erst in den späten 1980er Jahren wieder vollständig restauriert. 

 

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