Auf Jesu Spuren vom Siloah-Teich zum Tempelberg

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Neue Entdeckungen in der Jerusalemer Davidstadt…

Am Hang des Hügels der Davidsstadt, genau da an der Stelle, wo das Kidron- und das Ben-Hinnom-Tal aufeinandertreffen, entdeckte man vor wenigen Jahren den alten Siloah-Teich. Dieses einstmals prunkvolle Riesenbecken wurde vor 2.000 Jahren in den Tagen des Königs Herodes im Stil der Jerusalemer Bautradition errichtet.

Es diente als wichtige Begegnungsstätte für die Pilger, die damals nach Jerusalem kamen, um an den drei jüdischen Hauptfeiertagen den Tempel zu besuchen: Pessah, das Laubhüttenfest (Sukkoth) und das Wochenfest (Shavuot). In jenen Tagen führte eine beeindruckende Straße vom Siloah-Teich zum Tempelberg. Sie war der wichtigste Zugangsweg für alle Pilger und Fremden, die die Stadt besuchten.



Neue Entdeckungen in der Davidsstadt

Photo: Ron Peled

Einst säumten Läden und Geschäfte die gesamte Länge der herodianischen Straße und genossen die Vorteile der zentralen Lage und vielen Besucher, die Jerusalem an den Feiertagen füllten. Der Weg vom Siloah-Teich zum Tempelberg reichte 600 Meter weit in das benachbarte Tal, dessen einstiger griechischer Name »«Tyropoeon« lautete – das Tal der Käsehändler. Während der hellenistischen Periode reihten sich an dieser Straße Läden und Betriebe für Molkereiprodukte aneinander, und wenn die Winterregenfälle einsetzten, wurde das Tal von den Abfällen und Gerüchen reingespült, die die Nebenprodukte dieses Produktionszweigs waren.

Im Jerusalem zur Zeit des Herodes war die Straße gepflastert und der Siloah-Teich diente dazu, Trink- und Badewasser für die angereisten Pilger zu speichern. Auf Grund der stetig wachsenden Zahl der Wallfahrer und der zentralen Stellung, die der Siloah-Teich in der Kultur der Pilger einnahm, gewann die Straße zunehmend an Bedeutung.

Eine besonders entscheidende Rolle spielte das Wasserreservoir in der Zeremonie des Trankopferrituals – dabei wurde das Wasser des Teiches selbst als Opfergabe im Tempel dargebracht. Auch in der Welt des Christentums nimmt der Teich von Siloah (Schiloach) einen mehr als wichtigen Platz ein – es ist der Ort, wo Jesus den Blinden heilte, wie wir in Johannes 9:7 der christlichen Bibel lesen können.

Die Ausgrabungsarbeiten an der herodianischen Straße haben erst vor wenigen Jahren begonnen. Schritt für Schritt offenbart sich diese in ihrer ganzen Pracht. An ihrem Rand wurde ein großer Abflusskanal aus den Tagen des Herodes entdeckt. Dieser verläuft unterhalb des Tyropoeon-Tals und wurde erstmals Ende des 19. Jahrhunderts von Archäologen des British Palestine Exploration Fund (P.E.F.) entdeckt. Im Verlauf von durch Prof. Ronny Reich von der Universität Haifa geleiteten Ausgrabungen der Israel Antiquities Authority in der Davidsstadt wurde der Kanal wiederentdeckt. Er ist über 700 Meter lang und führt vom nördlich des Siloah-Teiches gelegenen Tempelberg hinunter nach Süden. Grundsätzlich handelte es sich dabei um einen unter der herodianischen Straße angelegten künstlichen Tunnel, dessen Decke aus den rechteckigen Pflastersteinen dieser Straße bestand.

Sein Zweck war, das an den Hängen des Zionsbergs und des Tempelbergs herabfließende Wasser zu kanalisieren und am Ende des Tals in einem Becken zu sammeln. Somit schützte der Kanal die Straße während der Wallfahrtstage vor Überflutungen und sorgte dafür, dass die Pilger sauber und trocken im Tempel ankamen.

Zu den am meisten beeindruckenden Eigenschaften dieses Abflusskanals zählt, dass er nicht aus dem Felsen gehauen, sondern vielmehr mit bauhandwerklichen Mitteln geschaffen wurde, die für diese Zeit mehr als  ungewöhnlich waren – eine Hommage an einen König, dem bauliche Qualität heilig war.

Erst unlängst wurde der Tunnel bis zur Klagemauer auf dem Tempelberg gereinigt, so dass es heute möglich ist, den ganzen Weg vom Siloah-Teich hinaufzuspazieren und nachzuempfinden, was die Pilger der Ära des Zweiten Tempels vor 2.000 Jahren gefühlt haben. 

Auch Teilabschnitte der herodianischen Straße selbst wurden freigelegt. Dabei entdeckte man entlang der Strecke an mehreren Stellen zwischen Teich und Tempelberg einzigartige Stiegen. Wie sich herausstellte, ist die gesamte Straße mit glatten, breiten Steinstufen gepflastert, die ihrer Länge nach variieren. Dieses Muster sollte den Pilgern auf ihrem Weg zum Tempel das einzigartige Gefühl eines Aufstiegs vermitteln und sie daran hindern, zu rennen oder sich auf andere Weise despektierlich zu benehmen. Außerdem erlaubte die ungewöhnliche Anordnung den Besuchern, auf ihrem Weg abwechselnd die Stufen selbst und dann wieder den heiligen Tempel vor sich zu sehen. Sie schufen somit bei der Annäherung an den Tempel ein Erlebnis, das sowohl sicher als auch inspirierend war.

In den Abflusskanälen unter der Straße wurden beeindruckende Artefakte aus der Zeit der großen Revolte gegen Rom entdeckt. Sowohl die Gänge selbst wie auch die dort entdeckten seltenen Funde zeigen auffällige Übereinstimmungen mit den Schilderungen des zeitgenössischen Historikers Josephus Flavius in seinem Buch »Der Jüdische Krieg«, Band 6, das die Geschichte der »in den Tunneln unterhalb von Siloah« versteckten Juden erzählt. Somit konnte diese neue Ausgrabung Josephus‘ bewegende historische Beschreibung der Folgen der Jerusalemer Revolte authentifizieren.

Heute kann der Besucher seine Tour am Siloah-Teich beginnen, die antike herodianische Straße hinaufgehen, den Weg unterirdisch durch den gesamten Tunnel fortsetzen, und dabei das spannende Abenteuer einer Reise in die Vergangenheit erleben.

Weitere Informationen: 02-626-8700, oder besuchen Sie uns unter

www.cityofdavid.org.il

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