Die Tore der Altstadt Jerusalems sind von besonderer Bedeutung. Durch diese Zugänge kamen und gingen die Menschen, eroberten die Stadt und trieben Jahrtausende lang Handel – und bis heute hat sich nicht viel daran geändert.

Die historische Altstadt Jerusalems ist umgeben von Wällen, die der größte aller türkischen Sultane – angemessen als Suleiman der Prächtige bekannt –  zwischen 1536 und 1541 auf den Resten früherer Mauern errichtete.



Die Tore der Altstadt

Photo: Ron Peled

Schutzwälle um Jerusalem gab es schon, bevor König David die Stadt eroberte. Fast alle Herrscher errichteten Befestigungen zur Verteidigung der heiligen Stadt, auch wenn es solche gab, die sie niederrissen. So im 13. Jahrhundert auch al Muattam der Ayubite, der fürchtete, die Kreuzritter könnten nach Jerusalem zurückkehren und die Schanzen für ihre Zwecke nutzen.

Dann gab es jene, die sich gegen eine Befestigungsanlage entschieden, ganz einfach, weil sie an die Widerstandsfähigkeit der Stadt glaubten und dachten, kein Feind würde einen Angriff wagen. Im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr., als die Römer der Stadt den Namen Aelia Capitolina gaben, war dies auch tatsächlich der Fall.

Israels erster Ministerpräsident, David Ben Gurion, wollte die Stadtmauern in den 1950er Jahren abbrechen, da er glaubte, nur so könne die Stadt wiedervereinigt werden.

Offiziell führen acht Tore in den historischen Teil der Stadt, doch sind es in Wirklichkeit mehr. Das aus dem Mittelalter stammende Gerbertor, zum Beispiel, wurde in den 1990er Jahren wieder aufgebrochen, nachdem es jahrelang versiegelt gewesen war. Und dann gibt es den doppelt geschwungenen Bogen des Tores, das nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 in der Nähe des Huldatores im Südwall von Archäologen des Davidson Centers durchbrochen wurde, um den Zugang zu dem archäologischen Park zu vereinfachen. Und vielleicht sollte auch das Huldator als eines der Stadttore gezählt werden?

Darüber hinaus gibt es 34 Wachtürme auf den 4,5 km langen Festungswällen, die ein Gelände von ungefähr einem Quadratkilometer einrahmen.

Das Damaskustor
Das Damaskustor beeindruckt von allen Pforten am meisten. Es wurde 1542 in Gebrauch genommen und stellt eines der schönsten Beispiele islamischer Baukunst in Jerusalem dar.  Es steht auf der Nordseite der Stadtmauern und lässt immer noch die Spalten erkennen, welche die Soldaten benutzten, um kochendes Öl oder heißes Pech auf eindringende Feinde zu schütten. Das Tor führt in das moslemische Viertel, welches das kommerzielle Zentrum der Altstadt darstellt, und zum Markt, den die Araber im Ostteil der Stadt frequentieren.



Das Damaskustor

Photo: Ron Peled

Das Tor wurde auf den Überresten einer früheren Pforte und eines prächtigen römischen Platzes errichtet, der heute besichtigt werden kann, und der erklärt, warum gerade dieses Tor immer sehr wichtig war. Benannt ist es nach Damaskus, weil die römische Straße, die aus Jerusalem über Nablus zu dieser syrischen Stadt führt, genau hier beginnt. Daher heißt es auf Arabisch auch Nablustor und ist zudem als Bab el Amud (Säulentor) bekannt, da hier einst eine Meßsäule (ein Meilenstein) stand, zu sehen auf der berühmten byzantinischen Madaba-Karte, die als eine der ältesten erhaltenen Landkarten der Welt gilt und Jerusalem sehr detailliert wiedergibt.

Das Zionstor
Entlang des südlichen Teils der Befestigungswälle steht das Zionstor, das Einlass in das jüdische Viertel der Altstadt gewährt. Es trägt seinen Namen, da es dem Zionsberg gegenüberliegt. Bis heute lassen sich die Einschusslöcher der Kugeln aus dem Unabhängigkeitskrieg von 1948 erkennen. Daher wird es auch als das „Klagetor“ und als das „Verwundete Tor“ bezeichnet.



Das Zionstor

Photo: Ron Peled

Hebt man den Blick, erkennt man einen kleinen Balkon, der als „Halsbrecher“ bekannt ist. Von hier wurde kochendes Wasser auf Feinde gegossen. Durch dieses Tor drangen Soldaten des Ingenieurcorps der israelischen Armee im Verlauf des Sechs-Tage-Krieges 1967 in die von den Jordaniern besetzte Jerusalemer Altstadt ein.

Das Jaffator
Dieses Tor entstand 1538 und stellt den hauptsächlichen Zugang zur Altstadt dar. Auf Arabisch heißt es al Halil (Hebron) Tor, da es auf den Weg nach Hebron führt. Neben dem Eingang liegen hinter einem Eisenzaun zwei türkische Gräber.  Der Überlieferung zufolge sind hier die beiden Ingenieure bestattet, denen im Auftrag von Suleiman der Bau der Mauer oblag.   



Das Jaffator

Photo: Ron Peled

Eine Version der Geschichte ist, dass der Sultan ihre Hinrichtung befahl, damit sie nicht in der Lage seien, anderswo solch wunderbare Mauern zu errichten wie in Jerusalem. Eine andere Version lautet, dass er sie hinrichten ließ, da sie den Zionsberg und das Grab König Davids irrtümlich nicht mit in die Mauern miteinbezogen hatten. Der Berg ist den Moslems heilig und gilt auch als die Begräbnisstätte König Davids.

Das Goldene Tor 
Dies ist eines der wichtigsten Tore, da es für alle drei Religionen – Judentum, Christentum und Islam – eine besondere Bedeutung besitzt. Der jüdischen Tradition zufolge wird der Messias durch dieses Tor in die Stadt Einzug halten. Nach der christlichen Überlieferung kam Jesus bei seinem letzten Besuch in Jerusalem durch diese Pforte, und die Moslems glauben, dass dies der Ort des jüngsten Gerichts sein wird. Seit hunderten von Jahren ist dieses Tor versiegelt, und es heißt, dass es sich bei der Ankunft des Messias und der Auferstehung der Toten auf wunderbare Weise öffnen wird.



Das Goldene Tor

Photo: Ron Peled

                                                                                           

 Das Löwentor

 Entlang des östlichen Teils der Wälle gewährt das Löwentor Zugang zur Via Dolorosa. Das Tor erhielt seinen Namen wegen der beiden Löwen, die zu beiden Seiten Wache halten. Suleiman der Prächtige baute dieses Tor, nachdem er geträumt hatte, er werde von Löwen gefressen, wenn er keine Stadtmauer um Jerusalem errichte, um dessen Bewohner zu schützen.



Das Löwentor

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Das Neue Tor
Dies ist das einzige Tor, das nicht zu der ursprünglichen Struktur aus dem 16. Jahrhundert gehört. Es wurde von den Osmanen 1889 durchbrochen, um einen besseren Zugang vom gegenünerliegenden französischen Notre Dame Kloster zu den katholischen Einrichtungen innerhalb der Altstadt zu gewähren.



Das Neue Tor

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Das Blumentor
Dieses Tor ist auch als Herodestor bekannt und führt ins moslemische Viertel und die Basare der Altstadt. Der Name beruht auf der arabischen Bezeichnung Bab el Zahira, eben Blumentor, und stellt wahrscheinlich eine Verzerrung des Namens für den arabischen Friedhof direkt außerhalb der Mauern dar.



Das Blumentor

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Das Misttor
Der ungewöhnliche Name dieses Tors beruht auf der Annahme, dass der Abfall vom Tempel durch dieses Tor aus der Stadt geschafft wurde. Dieser Eingang führt direkt zur Klagemauer.



Das Misttor

Photo: Ron Peled