Jerusalems Tiergarten ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Israel überhaupt und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.
Er wurde in den späten 1930er Jahren mitten in der Stadt als biblischer Streichelzoo von einem der führenden Zoologen des Landes, Prof. A. Shulov, ins Leben gerufen. 1947 wurde er auf den Campus der Hebräischen Universität verlegt, wo er während des israelischen Unabhängigkeitskrieges schwere Schäden erlitt. 1950 schließlich wurde der Zoo im Stadtteil Romema angesiedelt, wo ihn neue Wohnhäuser mit der Zeit zu ersticken drohten.
Seit Beginn der 1990er Jahre ist der Jerusalemer Zoo in der pastoralen Landschaft des Rephaim-Tales im Süden Jerusalems angesiedelt.
Heute empfängt er jährlich weit über eine halbe Million Besucher! Artgerechte Lebensräume vermitteln das Gefühl einer Reise durch ferne und exotische Länder. Auf 62 Hektar finden sich insgesamt 1000 Vögel, Reptilien und Säugetiere, darunter der seltene Schneeleopard, der von den Kreuzfahrern im 12. Jahrhundert ausgerottete asiatische Löwe sowie der persische Leopard, der schwarze Panther und der syrische Braunbär.
Giraffen, Zebras und Nashörner ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, und abgerundet wird das Bild von Wildpferden, Rehen, Gazellen, Affen sowie Schlangen und Eidechsen.
2003 wurde ein Haus für Elefantenbullen fertig gestellt, das den Bedürfnissen dieser liebenswerten Tiere besonders gerecht wird. Ein außergewöhnliches Programm der künstlichen Befruchtung führte nach zwei Jahren Schwangerschaft im Dezember 2005 zu einem überwältigenden Erfolg: Die Elefantendame Tamar brachte ein gesundes, 90 Kilogramm schweres Baby zur Welt.
Während der Schwangerschaft wurden regelmäßige Blutproben entnommen, und eine Untersuchung durch Ultraschall zeigte das Abbild eines perfekt geformten kleinen Elefanten. Der Vater ist ein englischer Elefant namens Emmet – ein deutsches Forschungsteam hatte den gefrorenen Samen nach Israel eingeflogen.
Ein spezielles Areal zeigt das Leben unter der Erde und beherbergt Tiere, die direkt am Boden oder im Untergrund leben. Die artgerecht konzipierten kleinen Gehege präsentieren dem Besucher jeweils einen visuellen Querschnitt durch die Erde und gestatten eine direkte Beobachtung von Habitat und Verhalten der Kleintiere im Erdreich.
Eine weitere Attraktion stellt der Kinderzoo dar, in dem die Tiere nicht nur gestreichelt, sondern auch mit dem auf ihrer Speisekarte stehenden Futter versorgt werden dürfen. Zudem bietet der Zoo Führungen, Erziehungs- und Bereicherungsprogramme für alle Altersgruppen, Kurse und Seminare in Naturkunde sowie gemeinsame Aktivitäten für jüdische und arabische Kinder. Dabei geht es vor allem auch darum, das Bewusstsein einer möglichst breiten Öffentlichkeit für die Umwelt und die dringende Notwendigkeit des Artenschutzes zu fördern.
Die hölzerne Arche Noah beherbergt das behindertenfreundliche Informationszentrum des zoologischen Gartens. Es zeigt wechselnde Kunstausstellungen und bietet eine Videoshow, die den Besuchern ökologische Themen und den Umweltschutz näher bringt. Die vorhandenen Computer ziehen sowohl Hebräisch als auch Arabisch sprechende Kinder an, die eine virtuelle Reise durch den Zoo machen können und dabei viel über das Leben ihrer Lieblingstiere erfahren.
Besonderes Interesse genießen auch die phantastischen Tierfiguren der französisch-amerikanischen Künstlerin Nikki de St. Phalle des benachbarten Skulpturenparks, die bei Kindern als Spiel- und Klettergeräte sehr beliebt sind. Die großzügige, schattige Parkanlage lässt sich zu Fuß ebenso wie mit der zur Verfügung stehenden kleinen Bummelbahn erforschen.












